Tag 29 - ich entsorge Leichen...

Friedhof der Kuscheltiere...

Ich war schon immer so, schon als kleines Kind. Ganz oder gar nicht. Lauwarm mag ich nicht.

Ja, ich war viel zu lange Jahre ein Alles-Fresser. Ja, es hat mir geschmeckt. Ja, ich wollte das alles

gar nicht hinterfragen.

Nur: jetzt, wo ich endlich die Augen geöffnet habe, kann ich nicht mehr zurück. Es ist für mich also

nur logisch, dass ich auch noch die letzten tierischen Erzeugnisse „entsorge“, die sich in meinem Haushalt finden.

Wobei entsorgen natürlich doppelt sinnlos wäre. Ganz so, als hätte das Tier doppelt gelitten oder

wäre zweimal gestorben. Leider ist es bereits tot, leider habe ich es bereits gekauft. Es einfach wegzuwerfen, wäre gerade ein zweites Mal entwürdigend. Das Einzige, was jetzt noch Sinn macht:

es zu verschenken.

Morgen Weihnachts-Essen mit meinen omnivoren Verwandten – werde also bestimmt dankbare Abnehmer finden. Nachdem ich meinen Kühl- und Küchenschrank schon vor Tagen ausgemistet habe, räume ich jetzt meine Gefrier-Truhe. Packe all die Leichen-Teile in eine Styropor-Box und fühle mich dabei gleichzeitig mies (da ich dies jahrzehntelang unterstützt habe) und glücklich (da ich mich von

den Fesseln der Gewohnheit endlich befreien konnte).

Also entsorge ich Leichen - und habe ab sofort keine Leichen mehr im Keller...

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